Dorio ohne Auto zu erreichen ist einfacher, als man denkt – wenn man ein paar praktische Dinge kennt, die online kaum stehen oder verwirrend erklärt werden. Da ich das ganze Jahr hier lebe, beantworte ich immer wieder dieselben Fragen: welcher Zug ab Mailand, ob sich das Schiff lohnt, wie man sich vor Ort bewegt und wann ein Auto – ehrlich gesagt – doch sinnvoll ist. Der Reihe nach.
Mit dem Zug ab Mailand: die Linie Milano-Tirano und der Halt Dorio
Dorio hat einen eigenen Bahnhof, an der Linie, die in Mailand beginnt (je nach Zug Milano Centrale oder Milano Porta Garibaldi), am Ostufer des Sees bis Colico hinaufführt und weiter Richtung Tirano geht. Es ist der Regionalzug von Trenord, jener, der sich im Sommer mit Wanderern Richtung Bellano, Varenna und Veltlin füllt.
Fahrzeit und Umstiege
Die Fahrt ab Mailand dauert meist rund zwei Stunden, die genaue Zeit schwankt aber stark je nach Zug und Tageszeit: manche Regionalzüge fahren mit wenigen Halten bis Colico, andere halten überall. Ich nenne bewusst keine genauen Zeiten, weil Trenord den Fahrplan regelmäßig ändert. Der praktische Rat: prüfen Sie App oder offizielle Website am Vortag, statt sich auf Zeiten zu verlassen, die vor Monaten in irgendeinem Blog standen – auch in diesem.
Was Sie am Bahnhof erwartet
Der Bahnhof Dorio ist klein und hat keinen besetzten Schalter: Kaufen Sie das Ticket vorher, in Mailand oder an einem größeren Bahnhof, oder über die App. Und hier kommt das, was fast niemand erwähnt: Auf dieser Strecke sind einige kleinere Halte, zu bestimmten Zeiten auch Dorio, Bedarfshalte. Das heißt: Beim Einsteigen müssen Sie sicher sein, dass der Zug den Halt tatsächlich bedient; beim Aussteigen sagen Sie es rechtzeitig dem Zugbegleiter oder passen zumindest auf, denn nicht jeder Regionalzug hält automatisch. Wer hier lebt, hält das für selbstverständlich – für Erstbesucher entscheidet genau dieses Detail, ob man in Ruhe aussteigt oder versehentlich bis Colico weiterfährt.

Das Schiff: wann es sinnvoll ist und wie es zum Zug passt
Das Schiff auf dem Comer See ist eine wunderbare Art zu reisen, man sollte es aber richtig einordnen: Es verbindet die Seeorte untereinander, es ist keine echte Verbindung Mailand–Dorio. Keine Schiffslinie ersetzt den Zug ab Mailand. Zuerst kommt man per Bahn (oder Auto) an den See, danach nutzt man das Schiff für Fahrten in der Umgebung oder für einen Ausflug.
Anlegestellen und Schiffslinien
Die Anlegestellen der Gegend verbinden die Orte des oberen Sees miteinander und, mit Umstieg, auch die Seemitte. Eine schöne Option, um ohne Auto nach Bellano, Varenna oder Menaggio zu kommen – die Fahrzeiten sind aber die einer Seeschifffahrt: langsamer als mit dem Auto und nach saisonalen Fahrplänen zu planen, die sich zwischen Hochsaison und dem Rest des Jahres deutlich unterscheiden. Auch hier gilt: aktuelle Fahrpläne prüfen, bevor Sie den Tag darauf aufbauen, besonders außerhalb der Saison, wenn die Kurse stark ausgedünnt werden.
Vor Ort: unterwegs ohne Auto
Zu Fuß und mit dem öffentlichen Verkehr
Dorio ist ein kleines Dorf, und der Bahnhof liegt nicht direkt am Ortskern: Rechnen Sie mit einem Fußweg bergab zum See, der auf dem Rückweg natürlich bergauf führt. Lang ist er nicht, aber mit schwerem Gepäck oder kleinen Kindern macht er sich bemerkbar, vor allem in der Sommerhitze.
Im Dorf selbst lässt sich vieles bequem zu Fuß erledigen: der See, der kleine Hafen, die Wege in die Nachbarorte. Um ohne Auto größere Orte wie Colico oder Bellano zu erreichen, bleibt der Zug am zuverlässigsten; lokale Busse gibt es, sie fahren aber nicht sehr häufig und sind im Einzelfall zu prüfen. Wer vorher sehen möchte, was es in der Umgebung gibt, findet auf unserer Seite Erlebnisse einen guten Anfang.
Wann ein Auto wirklich sinnvoll ist
Es wäre unehrlich zu behaupten, in Dorio brauche man nie ein Auto. Es gibt Situationen, in denen es klar hilft:
- wenn Sie die Täler und Weiler im Hinterland frei erkunden wollen, die oft schlecht mit Bussen erschlossen sind;
- wenn zum Aufenthalt der große Wocheneinkauf gehört, mit Kofferraum deutlich bequemer;
- wenn Sie außerhalb der Saison kommen, wenn Züge und Schiffe seltener fahren und die Wartezeiten länger werden;
- wenn kleine Kinder, viel Gepäck oder Personen mit eingeschränkter Mobilität dabei sind, wodurch der Weg vom Bahnhof zum echten Hindernis wird.
In diesen Fällen findet man mit dem Auto trotzdem einen Parkplatz in der Nähe der Anlage: Schreiben Sie am besten vorher wegen der Verfügbarkeit, vor allem an Wochenenden in der Hochsaison, wenn sich der Ort füllt und die freien Plätze entlang der Straße knapp werden.
Wenn Sie einen Urlaub in Dorio ohne Auto planen, schreiben Sie uns und nennen Sie den Zug oder das Schiff, das Sie nehmen möchten. In den Wohnungen des Residence Dorio sind wir es gewohnt, maßgeschneiderte Hinweise zu geben – und manchmal auch auf dem letzten Stück vom Bahnhof bis hierher konkret zu helfen.
